In Brasilien liegt uns die Unterstützung unserer Partnerorganisation CENA (Comunidade Esperança Nova Aurora) in ihrer sozialdiakonischen Arbeit in São Paulo am Herzen.

Seit 1989 verbindet uns eine besondere Freundschaft mit der sozialdiakonischen Arbeit der CENA in Brasilien, die wir seit ihrem Beginn intensiv unterstützen.

Die CENA (Comunidade Esperança Nova Aurora) hat ihren Sitz mitten im sozialen Brennpunkt und Rotlichtviertel von São Paulo. Dort leistet sie Lebens- und Überlebenshilfe für hilfsbedürftige Menschen, die von der Gesellschaft abgeschrieben sind und deren Schicksal und Not niemanden mehr kümmert: Straßenkinder, Obdachlose, sozial schwache Familien, Aids-Infizierte, Drogenabhängige und Menschen, die in der Prostitution arbeiten.

Arbeitsbereiche

Die CENA gliedert sich in die folgenden Arbeitsbereiche: „Auffangen – Rehabilitation – Reintegration“. Das Auffangen findet im Stadtzentrum von São Paulo statt, neben praktischer Hilfe wie Obdachlosenspeisung und Streetwork (aufsuchende Arbeit), begegnen die Mitarbeiter den Menschen in Liebe und Wertschätzung. Es besteht das Angebot auf eine Reha-Farm zu gehen um ein neues Leben, fern von Einflüssen wie Drogen, Kriminalität und Prostitution zu beginnen. In der Rehabilitationsphase werden die Gäste von den Mitarbeitern der Farm begleitet, um äußere und innere Heilung zu erfahren. Der dritte Arbeitsbereich der CENA ist das Nachsorgehaus in São Paulo, hier können die Menschen, die zuvor auf der Reha-Farm waren, aufgenommen und in ihrer Reintegration und ihrem alltäglichen Leben begleitet werden.

Team der CENA mit ehrenamtlichen Helfern

Unsere Unterstützung aus Deutschland

Der Aufbau und die Unterstützung der Arbeit unserer Partnerorganisation waren in den vergangenen Jahren und sind nach wie vor eine intensive Herausforderung für uns. Zu vielem, was vor Ort entstanden ist, konnte die Lebensbrücke wesentliche Beiträge und Hilfe durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit sowie die Entsendung von Hilfsgütern und Freiwilligen leisten. Neben der beständigen Unterstützung der laufenden Arbeiten waren die Finanzierung verschiedener Gebäude auf dem Reha-Gelände in Juquitiba und der Kauf der Gemeinderäume 1996, die durch unsere Unterstützung inzwischen in eine Kindertagesstätte umgebaut wurden, unsere bisherigen Großprojekte.

Kurzzeiteinsätze

Zu unserer Partnerorganisation in Brasilien wollen wir „lebendige Brücken“ bauen. So konnten wir im Laufe der Jahre – vielfach im Rahmen von studienbegleitenden oder berufsvorbereitenden Maßnahmen – bisher schon mehr als 100 Praktikantinnen und Praktikanten nach „drüben“ entsenden. Nach all unseren Erkenntnissen waren und sind diese Dienste junger Menschen nicht nur eine gute Hilfe für die CENA vor Ort, sondern es wurden ihnen in diesen Zeiten auch selbst immer wieder wertvolle Lebenserfahrung und Wegweisung in Bezug auf ihre Berufswahl oder einen weiteren sozialmissionarischen Dienst geschenkt.

Stadtzentrum

Die Arbeit der CENA findet wöchentlich in dem Clube de Esperança Nova Aurora, Club der Hoffnung – Neue Morgenröte, statt und wird von den Obdachlosen liebevoll Casa Amarela, das gelbe Haus, genannt. Die Räumlichkeiten der CENA befinden sich im Stadtteil Luz (Licht), wobei dieser Name kaum auf den von Trostlosigkeit und Dunkelheit beherrschten Stadtteil zutrifft. Viele der dort lebenden Menschen sind arbeitslos oder von Alkohol, Crack und anderen Drogen abhängig. Zum alltäglichen Bild gehören Kriminalität, Prostitution und Gewalt, welche nicht nur die Erwachsenen, sondern im Besonderen auch die dort lebenden Kinder prägen.

Die CENA bietet wöchentliche Obdachlosenspeisungen, zu denen ca. 190 Personen kommen. Neben einer guten Mahlzeit besteht auch die Möglichkeit zu duschen und zu einem Kleiderwechsel. Während der Wartezeit wird ihnen Mut gemacht, das Leben auf der Straße gegen ein menschenwürdiges einzutauschen. Die Besucher können auch den Sozialen Dienst in Anspruch nehmen, um sich über die Möglichkeit eines Ausstieges des Lebens auf der Straße zu informieren und sich ggf. für einen Therapieplatz anzumelden.

Während den kältesten Wintermonaten öffnet die CENA ihre Türen, um 45  Obdachlosen einen warmen Schlafplatz anzubieten. Die Arbeit wird von Mitarbeitern der CENA sowie Freiwilligen getragen und läuft über zwei Monate im Jahr. Das Hauptanliegen der Mitarbeiter ist den Menschen in Jesu Liebe zu begegnen und ihnen Mut zu machen, sich von der Straße und von den Drogen abzuwenden. Am Ende der zwei Monate besteht für die Besucher der Nachtherberge die Möglichkeit auf die Reha-Farm in Juquitiba außerhalb von São Paulo zu gehen.

Die CENA liegt mitten im Rotlichtmilieu und sieht sich mit der Not vieler Frauen konfrontiert. Die Mitarbeiterinnen der CENA besuchen die Prostituierten, um zu ihnen Vertrauen aufzubauen oder sie zu besonderen Aktionen einzuladen. Mit der Arbeit möchten die Mitarbeiterinnen den Frauen in Wertschätzung und Liebe begegnen und ihnen mögliche Auswege aus der Prostitution aufzeigen. Zudem werden wöchentliche Nähkurse mit dem Ziel angeboten, den Frauen andere Einnahmequellen zu ermöglichen.

In dem Stadtteil Luz leben viele Kinder und Jugendliche. Das Ziel der Mitarbeiter ist, diese zu erreichen und langfristige Beziehungen zu ihnen aufzubauen. Dabei verstehen die Mitarbeiter der CENA ihre Aufgabe als eine präventive Arbeit, welche die jungen Menschen für die Gefahren im Stadtteil sensibilisieren will. Durch eine wöchentliche Kinderstunde für Mädchen und Jungen und eine Fußballschule gelingt es den Mitarbeitern nicht nur wichtige Lebensprinzipien weiterzugeben, sondern den jungen Menschen auch von der Liebe Gottes für sie zu erzählen.

Reha-Farm

Auf der Reha-Farm werden die schon im Stadtzentrum vorbereiteten Menschen aufgenommen, um ein neues menschenwürdiges Leben zu beginnen. Das Reha-Gelände befindet sich in der Nähe der Kleinstadt Juquitiba, ca. 80 km von São Paulo entfernt. Auf dem 50 ha großen Grundstück befinden sich mehrere Wohnhäuser für die zu Betreuenden und für die Mitarbeiter sowie die Küche, das Gemeinschaftshaus und eine Kapelle. Die große Gemeinschaft macht einen geregelten Tagesablauf nötig – jeder übernimmt Aufgaben. Neben den Bananenplantagen gibt es einen Nutzgarten, in welchem täglich gearbeitet wird, außerdem kochen die Gäste selbst. Mit der Zeit geschehen äußere und innere Veränderungen im Leben der Gäste, die an Wunder grenzen.

Nachsorgehaus

Nach Durchlauf des Reha-Programms in Juquitiba beginnt die Phase der Reintegration im Nachsorgehaus. Die aufgenommenen Gäste gehen von hier in die Schule oder zur Arbeit und lernen unter der Anleitung der dort wohnenden Mitarbeiter, wie sie ihr Leben meistern können. Diese Art der Betreuung von Menschen, die nie Familienleben und Familienordnungen erfahren haben, beinhaltet einige Herausforderungen. Tages- und Wochenablauf sind daher genau geregelt. Jeder im Haus ist für einen Bereich bezüglich Ordnung und Sauberkeit verantwortlich und mit Hilfe eines Plans für die Vorbereitung der Mahlzeiten oder den Abwasch eingeteilt. Ziel der Nachsorge ist es, die Bewohner auf ein selbstständiges und verantwortungsvolles Leben ohne Drogen vorzubereiten.

Kindertagesstätte

Am 8. August 2009 konnte die Kindertagesstätte der CENA in São Paulo eröffnet werden. Hier finden Kinder des Rotlichtmilieus Liebe, Geborgenheit und ein Zuhause. Sie brauchen beständige und dauerhafte Begleitung und eine sichere, kindgerechte Zuflucht inmitten einer sie umgebenden Welt aus Armut, Drogen, Prostitution und Hoffnungslosigkeit. So war es unser Wunsch, auch zum weiteren Betrieb der Tagesstätte – insbesondere zur Aufnahme weiterer Kinder – wirksame Hilfe beitragen zu können. Zu diesem Zweck konnte durch die tatkräftige und kompetente Initiative zweier ehemaliger Praktikantinnen das Patenschaftsprojekt „Gemeinsam 1 Leben verändern“ für die Kindertagesstätte entwickelt und aufgebaut werden. Danke, wenn Sie auch weiterhin an unserer Seite bleiben, um Kinder dieser Gegend in eine hoffnungsvollere Zukunft zu begleiten.