Wir wollen Brücken zu Menschen hinter Gittern bauen, dazu bieten wir Monatsprogramme, Sportveranstaltungen und Besuche an.

Durch die Organisation und Durchführung monatlicher Veranstaltungen in der Justizvollzugsanstalt Gießen suchen wir den Gefangenen abwechslungsreiche und interessante Programme anzubieten und Kontakte zu ihnen zu knüpfen. Die erste dieser Monatsveranstaltungen fand im Januar 1996 statt. Das Gefangenenhilfeteam, das sich derzeit aus fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Ausweisen zur ehrenamtlichen Mitarbeit zusammensetzt, übersetzen während der Veranstaltung, soweit erforderlich, die jeweiligen Inhalte auch in anderen Sprachen: englisch, französisch, russisch und portugiesisch.

Jubiläumsveranstaltung mit Herrn Metz
(ehem. Anstaltsleiter der JVA Gießen)

Sehr dankbar blickt das Team auf viele Gäste wie Musiker, Musikgruppen, Pantomime, Sportler oder Künstler aus anderen Bereichen, die ihrer Einladung gefolgt sind, und auf diese Weise vielseitige Programmveranstaltungen ermöglichten. In den sich anschließenden Gesprächskreisen werden Themen nochmals aufgegriffen und reflektiert. Dabei beantworten wir – oder unsere Gäste – gerne Fragen der Gefangenen und tauschen uns mit ihnen aus. Briefkontakte, Einzelbesuche und die Übersendung von Literatur geschieht auf persönlichen Wunsch.

Mit unserer jährlichen Weihnachtsaktion „Von Zelle zu Zelle“, während der wir an jeden Gefangenen Briefpapier, Karten, Stifte und insbesondere eine Tüte mit selbstgebackenen Plätzchen verteilen, verbinden wir das Anliegen und den Wunsch, den Insassen in dieser für sie schwierigen Jahres- und von Betriebsamkeit gekennzeichneten Weihnachtszeit zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Durch die regelmäßige Teilnahme an den Sportfestveranstaltungen der Justizvollzugsanstalten Butzbach und Gießen mit jeweils eigenen Mannschaften in den verschiedenen Sportarten suchen wir zudem „auf sportlichem Weg“ Brücken zu bauen.

Vorrangige Zielgruppe sind Gefangene, die durch die Haft ihre sozialen Bindungen weitgehend verloren haben und schon aus diesem Grund besonders der Zuwendung und Begleitung – auch mit Blick auf ihre Resozialisierung – bedürfen. In die Betreuung werden nach Möglichkeit auch Familienangehörige einbezogen, um eventuell noch bestehende Beziehungen zu erhalten oder wiederherzustellen. Zu diesem Zweck machen wir sie gerne auf unser Angebot im Rahmen unserer Mutter-Kind-Arbeit auch für Frauen und Kinder von Strafgefangenen aufmerksam. Bei der Umsetzung von unterstützenden Resozialisierungsmaßnahmen dürfen wir zusätzlich die Begleitung bei Freigängen oder Hilfestellung bei behördlichen Angelegenheiten sowie Vermittlung von Arbeitsstellen nach der Haftentlassung anbieten.